|
(dm) Als der
Fachzug 80 am Samstagmorgen zu seiner Übung
aufbrach, lauteten die über Funk mitgeteilten
Einsatzstichworte "auslaufende Flüssigkeit und
bewußtlose Person". Ein bei der Leitstelle
anrufendes Kind hatte berichtet, dass sein Vater
bei der Arbeit im Werkstatthof zusammengebrochen
und bewußtlos liegengeblieben war.
Am Einsatzort, einem Gewerbebetrieb in
Gliesmarode, angekommen, ging es unverzüglich
zur Erkundung der Einsatzlage, während die
ersten Kräfte mit der Verkehrssicherung
begannen. Die Erkundung ergab, dass ein im Hof
des Betriebes stehendes und mit Kanistern
beladenes Fahrzeug ätzende und giftige
Schwefelsäure verloren hatte, die bei den warmen
Temperaturen eine besonders große Menge
gesundheitsgefährdender Dämpfe bildete, die
durch den einen schnellen Strahlrohreinsatz
gebunden werden mußten.
Die vorgehenden Kräfte mußten sich aufgrund der
akuten Gefährdung durch die ätzenden Dämpfe zum
Eigenschutz mit schwerem Atemschutz ausrüsten.
Neben der bewußtlosen Person im Hof des
Betriebes galt es eine vermisste Frau im
Werkstattbereich zu suchen und zu retten.
Während dieser Arbeit stießen die Trupps auch
auf eine gehunfähige Person auf dem Dach einer
Werkstatthalle, die aufgrund der misslichen Lage
nur per Leiterhebel vom Dach gerettet und
außerhalb des kontaminierten Bereiches verbracht
werden konnte. Während die Rettungsmaßnahmen
angelaufen waren und die ersten Kräfte mit der
Rettung der verunfallten Personen begonnen
hatten, wurde zeitgleich ein
Not-Dekontaminationsplatz eingerichtet, um die
geretten Personen und die Einsatzkräfte von
Rückständen der Schwefelsäure behelfsmäßig zu
säubern.
Nach erfolgreicher und zufriedenstellender
Absolvierung der Übung und der anschließenden
Manöverkritik sammelte sich der Fachzug 80 am
Feuerwehrhaus Schapen, um den Vormittag in der
gewohnten kameradschaftlichen Stimmung gemeinsam
am Grill ausklingen zu lassen.
Text: Martin Siegfried





|